Selbstverständnis und Aufgaben

Die „Unabhängige Anlaufstelle“ ist eine Vertrauens- und Klärungsstelle, sie ist unabhängig gegenüber den Strukturen des BFeG. Sie ist zuständig im Falle von Verletzungen sexueller, körperlicher und seelischer Unversehrtheit. Sie dient sowohl den Betroffenen, als auch den Zeugen bzw. ihren Angehörigen, unabhängig davon, ob diese innerhalb oder außerhalb* der FeG stehen. Die Verantwortlichen der Anlaufstelle nehmen die Anliegen der Betroffenen auf und vermitteln diesen, und soweit erforderlich und gewünscht, auch deren Angehörigen Therapie- und Hilfemöglichkeiten. Sie klären und beraten mit den Betroffenen, ob und ggf. welche rechtlichen Schritte zu unternehmen sind und vermitteln ggf. an eine Rechtsberatung. Sie unterstützen Betroffene Anzeige zu erstatten und ermutigen diese, ein Straf- und Disziplinarverfahren durch eine persönliche Aussage zu bekräftigen. Es wird dabei beachtet, dass die Prinzipien des Opferschutzes nicht vernachlässigt werden.

Die Mitarbeitenden der Anlaufstelle werden nicht selbst therapeutisch tätig. Die Arbeit der Anlaufstelle ist von jeglicher Arbeit mit Tätern, auch mutmaßlichen Tätern klar getrennt.

Die Leiterin der Anlaufstelle führt keine eigenen Ermittlungen. Sie beachtet, dass jedes Befragen und jedes Sprechen über das Geschehene eine Aussage verändern und ihren Beweiswert im Strafverfahren beeinträchtigen kann. Sie erläutert dies der/dem (mutmaßlich) Betroffenen und Zeugen aufgrund zukünftiger Glaubwürdigkeitsgutachten und weist die/den Betroffene/n und Zeugen an, diese Aussagen möglichst unmittelbar gegenüber Strafverfolgungsbehörden zu machen. Da Gespräche über das Tatgeschehen sich nicht vermeiden lassen, sollen diese für eine mögliche spätere Glaubhaftigkeitsbegutachtung umfassend dokumentiert werden (erforderlichenfalls durch Ton- oder Ton-Bild-Aufnahmen). Hierbei kommt es nicht nur auf die Aussagen der Betroffenen oder Zeugen an, sondern ebenso sehr auf Fragen, Verhalten und Erwartungen ihrer Gesprächspartner. Die Anlaufstelle empfiehlt Betroffenen, auch selbst mögliche Beweismittel zu sammeln und zu sichern.

Die Anlaufstelle dokumentiert die ihr bekannt gewordenen Fälle nach festgelegten Merkmalen in anonymen Statistiken.